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2. Hofer Investoren Treff: GVZ als potenzieller Hub der „neuen Seidenstraße“

Mehr als 40 Interessenten aus Logistik und Immobilienentwicklung reisten Ende Juli zum 2. Hofer Investoren Treff  an, um sich aus erster Hand über die Stadt und den Landkreis zu informieren und Chancen für Investitionen auszuloten.

Zumindest den Logistikern ist der oberfränkische Standort Hof mit seinem Umland  nicht nur als Urlaubsregion mit Frankenwald und Fichtelgebirge bekannt. In ihren Grußworten betonten Hofs Bürgermeister Dr. Harald Fichtner und Landrat Dr. Oliver Bär neben der Hochschule insbesondere das bestehende GVZ mitten in der Stadt Hof, unmittelbar neben dem Hauptbahnhof. Dort betreibt die Rhenus-Tochter Contargo ein Containerterminal, in dem 60.000 TEU jährlich umgeschlagen werden. „Jeder zehnte Container, der den Hamburger Hafen in Richtung Bayern verlässt, geht mittlerweile über das Terminal in Hof“, berichtete Klaus-Jochen Weidner, Hofs Wirtschaftsförderer und gleichzeitig Geschäftsführer der GVZ Entwicklungs GmbH.

Damit das GVZ samt Containerterminal zukunftsfähig bleibt, wird es derzeit mit einem Gesamtbudget von 25 Millionen Euro ausgebaut.  Ein großer Teil der neu erschlossenen Flächen gehen an Contargo. Die Rhenustochter plant neue Abfertigungsanlagen mit Portalkränen und ein neues Verwaltungsgebäude. Alle Arbeiten finden derzeit bei laufendem Betrieb statt. Die Inbetriebnahme ist im Frühjahr oder Frühsommer 2020 geplant. Gespräche über eine letzte zu vergebende Teilfläche mit 35.000 Quadratmetern laufen derzeit mit potenziellen Investoren. Geplant ist dort die Ansiedlung eines Logistikparks.

Besonders interessant ist das Hofer GVZ durch die Aussicht, noch stärker als bislang von den Schienenanbindungen an den Osten profitieren zu können. Bereits heute werden im GVZ Container aus China und Taiwan umgeschlagen. Eine Anbindung Hofs an das unter dem Namen „neue Seidenstraße“ bekannte Warentransitgeschäft aus China ist für den Logistikexperten und -berater Harald  Leopold keine Träumerei. In seinen Ausführungen über die Dynamik der Osteuropa- und Chinaverkehre betonte er ausdrücklich das Marktpotenzial, das sich dem Hofer GVZ als Hub biete: „Hof hat durch seine geographische Lage, die Bahnanbindung und den Ausbau der Terminalkapazitäten durchaus Chancen, sich in dieses sich entwickelnde euro-asiatische Transportnetz einzubinden.“ Neben der reinen Transport- und Umschlagsfunktion gehe es um die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle mit zusätzlicher Wertschöpfung durch Branchenlösungen für beispielsweise E-Commerce- oder Automobilunternehmen.

Andreas Weinrich, Geschäftsführer der Logistik Agentur Oberfranken, stieß in das gleiche Horn: „Der Freistaat Bayern hat Mittel bereitgestellt, um die GVZ-Erweiterung anzustoßen.“ Es gehe aus nordbayerischer Sicht vor allem um die Bahnstrecke zum ersten Zielpunkt Brest in Weißrussland. Von dort führt die Trasse weiter über Moskau und Kasan bis in die chinesischen Wirtschaftszentren Chengdu, Shenzen, Zhengzhou, Peking und Suzhou. Derzeit werden die Firmen im Landkreis Hof und Umgebung bezüglich ihrer Verlagerungspotenziale abgefragt.

Das sei dringend erforderlich. „Durch den Rückgang verfügbarer Flächen (wie beispielsweise in Nürnberg), den Mangel an Berufskraftfahrern sowie die poltisch gesteckten Klimaziele ist der Bahnverkehr künftig von herausragender Bedeutung“, erklärte Weinrich. „Am Standort Hof sind wir genau darauf vorbereitet. Wir verfügen ab dem nächsten Sommer über eine annähernde Verdoppelung der hiesigen Umschlagkapazitäten auf der Schien. Eingebettet in eine sehr gute Straßeninfrastruktur und gestützt durch die starke Präsenz von Logistikunternehmen, Fuhrparkbetreibern, Speditionen aller Netzwerke und Niederlassungen von Paketdiensten ist Hof darüber hinaus in hohem Maße anschlussfähig.“

Gestützt wurde diese Argumentation durch Uwe Veres-Homm vom Fraunhofer Institut in Nürnberg. Als Geschäftsfeldkoordinator der Arbeitsgruppe für Supply Chain Services sowie Experte für Logistikstandorte verwies er auf wesentliche Faktoren, die einen Standort zu einem guten und zukunftsfähigen Logistikstandort machen. „Lage, Infrastruktur und die wirtschaftliche Gesamtsituation sind sehr wichtig für einen guten Logistikstandort, aber auch Arbeitskosten und die Verfügbarkeit von Arbeitskräften spielen eine große Rolle“, so der Logistikexperte.

Die Stadt und der Landkreis Hof können nach Ansicht Veres-Homms in einigen wichtigen Faktoren durchaus punkten: „Es gibt Grundstücke zu bezahlbaren Preisen, es gibt Arbeitskräfte zu moderaten Kosten, es gibt eine Hochschule und – last but not least – ein funktionierendes und expandierendes GVZ.“ Auch die künftige Entwicklung der Güterströme sowie die Vernetzung des Standorts Hof sei positiv hervorzuheben.

2019-08-26T11:29:59+00:00August 25th, 2019|Allgemein, LogRealCompetence – Ausgabe 12|