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Die Logistik spricht über Frankfurt (Oder)

„Wer in Logistik und Transport expandieren will – muss Brandenburg im Fokus haben“, mit diesen Worten leitete Rudolf Hämel von LogReal World auf der transport logistic die Podiumsdiskussion ein. „Denn Brandenburg hat Mitarbeiterpotenzial, große Flächen, kompetente Mitarbeiter in den Wirtschaftsförderungen, Investoren mit Weitblick und umfangreiche Fördermöglichkeiten.“

„2050 wird der Güterverkehr in Deutschland definitiv anders aussehen als heute“, berichtete Uwe Veres-Homm von der Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Services SCS aus der Helikopterperspektive. „Logistiker stellen heute schon ihre bestehenden Standorte auf den Prüfstand, weil das Thema Flächenverfügbarkeit in Kombination mit Arbeitsplätzen immer akuter wird. Dieser Situation muss sich der Markt stellen und auf der Deutschlandkarte nach Alternativen suchen. Aber auch „bei geopolitischen Maßnahmen wie der Neuen Seidenstraße wird ordentlich Geld in die Hand genommen, womit bei bestimmten Gütergruppen Bahn-affine Standorte gegenüber und Luft- und Seefrachthubs in den Vordergrund rücken“, so Veres-Homm.

„Der größte Treiber der Logistikflächen in der Metropolregion Berlin/Brandenburg ist der E-Commerce, der auch die Versorgung der Bevölkerung sicherstellt“, erklärte Oliver Wissel von BNP Paribas Real Estate. „Mittlerweile zahlen Unternehmen an den voll vermieteten Top-Logistikstandorten in der Hauptstadtregion innerhalb des Berliner Autobahnringes mit über 7 Euro pro Quadratmeter die höchste Spitzenmiete innerhalb von Deutschland.“

Nach dem Ausbau von Flächen vorrangig im Süden wie Großbeeren und Ludwigsfelde in den vergangenen Jahren, wird die zukünftige Erweiterung verstärkt im Osten Berlins und Brandenburgs liegen.

Hierzu zähle, so Peter Bergmann von Alcaro Invest, explizit auch die nur eine Zug-Stunde von Berlin entfernte europäische Doppelstadt Frankfurt (Oder): „Dieser Logistik-Hub der Zukunft liegt jetzt noch unter dem Radar, aber das Thema Neue Seidenstraße sowie die leistungsstarken Verkehrsträger Straße und Schiene und vor allem die Verfügbarkeit von Flächen und qualifizierten Mitarbeitern werden ihn beflügeln.“

Das liegt auch an der guten Infrastruktur. Die quer durch Europa laufende E 30 bzw. BAB 12 verbindet Paris bzw. Rotterdam mit Berlin, Warschau und Moskau und mit 3,7 Millionen Lkw-Bewegungen jährlich gilt Frankfurt (Oder) als einer der wichtigen paneuropäischen Transportkorridore auf der Hauptverkehrsachse zwischen West und Ost. Von hier aus können innerhalb von 1 bis 2 Stunden schon heute vier existierende große KEP-Einspeisungspunkte in der Metropolregion Berlin/Brandenburg per Lkw erreicht werden.

Zudem verzeichnet das KV-Terminal Frankfurt (Oder) als Top-Knotenpunkt mit einem Schienenumschlag von mehr als 100.000 TEU jährlich etwa 50 Zugverbindungen pro Woche zu den Überseehäfen Hamburg, Bremerhaven und Rotterdam, nach Polen zum Duisport und an die weißrussische Grenze.

„Man muss sich jedoch die Frage stellen, wie sinnvoll es ist, einen Zug nach Duisport durchfahren zu lassen, um die Waren im Anschluss per Lkw wieder in die 540 km entfernte Metropolregion Berlin zu verfrachten“, kommentierte Peter Bergmann. „Die Bahn spielt zukünftig im Zuge einer klimaneutralen Neuausrichtung weltweiter logistischer Ströme eine große Rolle. Warum sollten diese Cargo-Züge also zukünftig nicht in Frankfurt (Oder) halten, um ihre für diese Region bestimmten Waren klimaneutraler hier zu entladen?“

2019-07-03T13:39:20+00:00Juli 3rd, 2019|Allgemein, LogRealCompetence – Ausgabe 11|