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Zalando erhebt erstmals Versandkosten

In Italien verabschiedet sich der europaweit tätige Fashion-Versender Zalando erstmals von seiner generellen Versandkostenfreiheit. Italienische Kunden bezahlen in Zukunft eine Porto-Pauschale von 3,50 Euro, wenn der Bestellwert unter 25 Euro liegt.

Zalando reagiert mit der neuen Porto-Strategie in Südeuropa auf das Einkaufsverhalten der italienischen Kunden, die oft nur einen Artikel pro Auftrag bestellen. Dieses Einkaufsverhalten sei aber ein Sonderfall und ein Porto in den 15 weiteren Zalando-Märkten in Europa daher nicht geplant.

Doch für ein vergleichbares Porto würde auch in anderen Ländern sprechen, dass aktuell bei Zalando die Warenkörbe schmelzen. Das zeigen erneut die Zahlen für das dritte Quartal 2018. Hier konnte man den Netto-Umsatz um 11,7 Prozent auf 1,2 Mrd. Euro steigern, weil erneut die Zahl der aktiven Kunden gestiegen ist und diese mehr Bestellungen tätigen. Parallel hat sich das bereinigte EBIT aber massiv verschlechtert auf -38,9 Mio. Euro. Zum Vergleich: Im dritten Quartal 2017 gab es ein Plus von 28,7 Prozent auf einen Netto-Umsatz von 1,07 Mrd. Euro bei einem bereinigten EBIT von 0,4 Mio. Euro.

Jetzt dagegen hat ein langer und außergewöhnlich heißer Sommer die Nachfrage im Mode-Handel getrübt. Deshalb gab es höhere Rabatte als im Vorjahr, um die Geschäfte anzukurbeln. Heißes Wetter hatte zudem den Start in die Herbst/Winter-Saison verzögert, in der Mode-Händler meist Ware zum Vollpreis verkaufen und so hohe Margen erzielen. Entsprechend ist der durchschnittliche Warenkorb von 62,00 Euro (Q3/2017) auf 57,50 Euro (Q3/2018) gesunken (inkl. MwSt., nach Retouren & Storni).

Ohne saisonale Effekte hatte sich der Warenkorbwert aber bereits im zweiten Quartal 2018 sowie in den ersten drei Monaten 2018 reduziert. Denn negativ auf den Warenkorb wirkt sich auch aus, dass Kunden vermehrt niedrigpreisige Artikel wie Fast Fashion kaufen. Dazu steigen die Zugriffe über mobile Endgeräte, wo Kunden zwar mobil weniger Ware pro Bestellung kaufen, dafür aber häufiger ordern.

Gegensteuern kann Zalando über zwei Maßnahmen. So lassen sich Warenkörbe erhöhen über Cross-Selling. Passend dazu gibt es seit diesem Frühjahr die neue Rubrik „Beauty“, dank der Kunden zu neuer Mode auch gleich passende Kosmetik ordern können. Alternativ wäre eine Porto-Pauschale bei kleinen Warenkörben ein Mittel gegen steigende Logistik-Kosten, wenn Kunden dennoch mehr Pakete mit kleineren Bestellungen wollen. So wird zudem das Kundenprogramm Zalando Plus aufgewertet. Denn hier gibt es weiterhin kostenlosen Versand bei allen Bestellungen – auch für Kunden in Italien.

Dieser Beitrag erschien zuerst am 07.11.2018 im Branchenforum www.neuhandeln.de

2018-11-19T12:07:26+00:00November 19th, 2018|LogRealCompetence – Ausgabe 7|